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Die „Generation Debts“ muss alles bezahlen – Bitcoin – Julius Faucher – Based Podcast

Die „Generation Debts“ muss alles bezahlen

Ich bin, als jemand der 1968 im württembergischen Schwäbisch Gmünd geboren wurde, zwar kein Baby-Boomer mehr.

ANSICHT

Photo: M B from Unsplash (CC 0))

Die „Generation Debts“ muss alles bezahlen

Die „Generation Debts“ muss alles bezahlen

Ich bin, als jemand der 1968 im württembergischen Schwäbisch Gmünd geboren wurde, zwar kein Baby-Boomer mehr. Gemeinhin werden ja nur die Jahrgänge bis 1964 so bezeichnet. Aber als Boomer würden mich die Kids heutzutage ganz sicher bezeichnen. Wahrscheinlich nicht völlig zu unrecht. Daher mein Geständnis: Wahrscheinlich bin ich Boomer. Zumindest sprechen einige Indizien dafür. So tue mich mit einigen sozialen Medien schwer. Die Farbgestaltung auf Insta, die Schriftgestaltung und Musikunterlegung finde ich zeitraubend. Ich habe auch nicht verstanden, wieso Posts in der Story nach einem Tag wieder gelöscht werden. Geschweige denn, warum man in einem Kurzvideo herumtanzen soll, nur um neue Freunde zu gewinnen oder besonders jung zu wirken.

Egal ob Baby-Boomer oder Boomer, meine Generation gehört zur Generation, die vom ökonomischen Aufstieg Deutschlands in den 60er bis weit in die 90er Jahre hinein profitiert haben. Gleichzeitig schlägt die demographische Falle bei uns noch nicht so hart zu. Wir gehören einer Generation an, bei der das Verhältnis von Erwerbstätigen zu Rentnern bis weit in die 1990er Jahre noch 4 zu 1 betrug. Heute beträgt es nur noch 3 zu 1 und 2050 sind es nur noch 2,3 zu 1. Grund dafür ist die sinkende Geburtenrate. Anfang der 1960er Jahre wurde im Durchschnitt in Deutschland 2,4 Kinder pro Frau geboren, heute sind es noch 1,35. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung und damit auch die Rentenbezugsdauer. Das ist für ein Umlagesystem wie die gesetzliche Rentenversicherung tödlich.

Diese Entwicklung ist seit vielen Jahren bekannt. Doch sowohl von SPD als auch von CDU-Seite wurde dies ignoriert. Norbert Blüm, der ehemalige Bundesarbeitsminister in der Kohl-Ära, plakatierte 1986 noch den Slogan: „Denn eins ist sicher: Die Rente“. Schon damals machten wir uns darüber lustig. Es gehe wohl um seine eigene Rente, nicht die der künftigen Generationen.

Heute sind wir fast 40 Jahre weiter und die Koalition aus CDU/CSU und SPD wollen noch immer nicht an eine Reform der gesetzlichen Rente ran. Was hätte erreicht werden können, wenn damals schon der Umstieg auf eine Kapitaldeckung eingeleitet worden wäre. Stattdessen wird bis heute über neue Mühlsteine für die nächste Generation diskutiert. Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Erhöhung der Mütterrente kostet 5 Milliarden Euro pro Jahr. Über die durchschnittliche Rentenbezugszeit (20,5 Jahre) sind das Lasten von 102,5 Milliarden Euro. Die von der SPD durchgesetzte Haltelinie des Rentenniveaus bei 48 Prozent kostet bis 2030 rund 11 Milliarden Euro. Auch die AfD reiht sich in den Rentensozialismus ein.  Sie fordert sogar eine Erhöhung von 48 auf 70 Prozent. Die Ausgaben dafür wären horrend. Es würden Mehrausgaben in der gesetzlichen Rentenversicherung von 171 Mrd. Euro pro Jahr bedeuteten. Auf die durchschnittlichen Rentenbezugszeit übertragen wären das schlappe 3.505,5 Milliarden Euro. Der Zuschuss aus dem Bundeshaushalt in die Rentenkasse verschlingt heute schon fast ein Viertel des Bundeshaushaltes. Doch wo ist der große Aufstand der „Generation Z“ und der Generation „Y“? Sie sind die „Generation Debts“, die das alles bezahlen müssen. Dabei ist der Ausweg klar. Die Durchschnittsrente in der gesetzlichen Rentenversicherung beträgt aktuell unter 1.100 Euro. Wer Altersarmut verhindern will, der muss Ausstiegsmöglichkeiten aus dem Rentensystem schaffen. Müsste ein Mindestlohnempfänger nicht in das Rentensystem einzahlen, so könnte er oder sie selbst bei diesem Einkommen über 40 Jahren – statt im Alter zum Sozialfall zu werden – bei einer Anlage in einen europäischen Aktien-ETF zum Millionär aufsteigen. Wer die „Generation Debts“ entlasten will, muss heute handeln.

AUSBLICK

Bitcoin

Bitcoin hat in dieser Woche wieder einen neuen Höchststand erreicht. Das ist ein guter Grund hier an dieser Stelle einmal drei Podcasts und Youtube-Kanäle zu empfehlen. Meine erste Empfehlung ist der reichweitenstärkste Kanal in der Bitcoin-Szene: Blocktrainer von Roman Reher. Ihn zeichnet aus, dass er eine Bildungsplattform geschaffen hat, die Grundlagen von Bitcoin, ökonomischen und philosophischen Hintergrund und tagesaktuelle Meldungen veröffentlicht. Seine Videos erscheinen mehrmals wöchentlich und er ist ein vielgebuchter Sprecher auf Bitcoin-Konferenzen weltweit.

Einen Podcast, den man anstatt des öffentlich-rechtlichen Einerleis im Radio, während längeren Autofahrten anhören sollte, ist der Bitcoin-Podcast Einundzwanzig, benannt nach der maximalen Bitcoin-Grenze von 21 Millionen. Hinter dem Podcast steht eine Gruppe von Bitcoinern um Markus Turm, die witzig und locker über das Fiat-Geldsystem, Privatsphäre und Bezahlmöglichkeiten mit Bitcoin oder Lightning philosophieren.

Sowohl Roman Reher als auch Markus Turm verstehen sich als Bitcoin-Maximalisten. Ihrer Ansicht nach ist Bitcoin die einzige Kryptowährung von Bedeutung. Alle anderen sind eher FinTech-Unternehmen, die anders als Bitcoin nicht dezentral, nicht sicher genug und vor allem auch nicht in der Menge begrenzt sind.

Ein weiterer interessanter Podcast ist Bitcoin, Fiat & Rock‘n Roll, den Alex Bechtel und Mitstreiter betreiben und der die Kritik am Fiat-Geldsystem aufgreift, über den digitalen Euro diskutiert, dessen Macher aber dennoch Bitcoin-Freunde sind, ohne dies absolut zu sehen. Vielleicht so wie es der Bitcoin-Pionier Oliver Flaskämper ausdrückt: „Bitcoin ist digitales Gold und Ethereum ist digitales Öl.“ Beides braucht es.

WELTBEWEGER

Photo: Ernst Keil from Wikimedia Comms (CC 0))

Julius Faucher

Javier Milei ist aktuell in aller Munde. Der Argentinier bricht radikal mit der Schuldenpolitik seines Landes und setzt auf marktwirtschaftliche Reformen. Er selbst bezeichnet sich als Anarchokapitalist. Er will den Staat auf ein Minimum zurückdrängen und die Freiheit des Einzelnen maximieren. Nach eineinhalb Jahren kann man erste Bilanz ziehen. Seine Politik als Präsident von Argentinien ist äußerst erfolgreich. Die Hyperinflation ist zurückgedrängt und die Wachstumsraten sind mit die höchsten der Welt. Der argentinische Staat erwirtschaftet Überschüsse, die Arbeitslosigkeit geht zurück und die Bürger blicken zuversichtlich in die Zukunft. Doch den Blick möchte ich auf Julius Faucher (1820 bis 1878) richten. Er war wohl der erste deutsche Anarchokapitalist, obwohl es diese Bezeichnung damals noch gar nicht gab. Er war Freihändler, ein Anhänger des Manchester-Liberalismus und gründete mit John Prince-Smith (siehe Freiheitslexikon.de) den ersten Freihandelsverein in Berlin, der die Speerspitze der deutschen Freihandelsbewegung im 19. Jahrhundert war. Theodor Fontane bezeichnete Faucher als „Genie“. Aus seiner klassisch liberalen Haltung machte er keinen Hehl: „Der Staat ist der große Bremsklotz der menschlichen Freiheit; je weniger er eingreift, desto freier entfaltet sich die Kraft des Individuums.“ 

MITSTREITER

Based Podcast

Die Erfolgsstory unserer Freunde vom Podcast based. geht weiter. Podwatch listete die beiden Journalisten in den aktuellen iTunes- und Spotify-Charts aktuell auf Platz 77. In den Top 100 kann sich based. mittlerweile als voll etabliert betrachten – in der Spitze konnte man sogar in die Top 50 vordringen. Dazu kommen noch die jüngsten Erfolge auf YouTube, wo sie im Juli die Abozahlen fast verdoppelt werden konnten und im letzten Monat mit den Gesprächen mit dem Psychologen Holger Richter und dem Journalisten Mathias Brodkorb gleich zweifach mehr als 60.000 Klicks generiert werden konnten. Doch auch die beiden jüngsten Interviews möchten wir euch hier ans Herz legen: Der Autor Noam Petri und der Grünen-Politiker Max Lucks warten jeweils mit sehr unterschiedlichen Ansichten auf den Kulturkampf auf und repräsentieren damit sehr gut, wofür based. steht: Journalismus mit Neugier und Respekt.