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Unsichtbare Hand – Absturz – Arno-Esch-Preis für based.

Wer heute Preiskontrollen fordert, Märkte durch Bürokratie ersetzt oder Planungsbehörden mit Lenkungsaufgaben betraut, kämpft gegen 250 Jahre ökonomische Erfahrung. Darauf gilt es sich in diesem Jubiläumsjahr des “Wohlstand der Nationen” zu besinnen. 

ANSICHT

Photo: Frank Schäffler

Zu Besuch in Edinburgh: 250 Jahre Wohlstand der Nationen

In dieser Woche war ich in Edinburgh. Und vor 250 Jahren erschien sein bahnbrechendes Werk „An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations“, das die moderne Ökonomie begründete. Zwei gute Gründe, über Adam Smith zu schreiben!

Smiths erste und revolutionärste Erkenntnis war die Arbeitsteilung. An einem einzigen Beispiel — einer Stecknadelfabrik nahe Glasgow — demonstrierte er, dass zehn spezialisierte Arbeiter 48.000 Nadeln am Tag fertigen, wo ein einzelner ungefähr zwanzig schafft. Wohlstand ist keine Frage von Rohstoffen, Bodenschätzen oder Handelsbilanzüberschüssen. Er ist das Ergebnis von Spezialisierung, freiem Tausch und funktionierendem Wettbewerb. Der Merkantilismus, den Smith damit widerlegte, ist längst begraben — aber seine Reflexe leben fort: in Industriepolitik, Subventionswettläufen, Zollpolitik und dem Glauben, der Staat wisse besser als der Markt, welche Branchen Zukunft haben.

Smiths berühmtestes Bild ist zugleich sein meistmissverstandenes. Die „unsichtbare Hand” beschreibt keine Magie, sondern einen Mechanismus: Preise koordinieren Millionen dezentraler Entscheidungen, ohne dass irgendjemand den Überblick haben müsste. „Nicht von der Menschenfreundlichkeit des Metzgers, Brauers oder Bäckers erwarten wir unser Abendessen, sondern von ihrer Eigenliebe.” Eigennutz im Wettbewerb dient dem Gemeinwohl — nicht trotz, sondern wegen der Freiheit. Hayek hat diese Erkenntnis später als spontane Ordnung formalisiert. Der Ursprung liegt bei Smith. Wer heute Preiskontrollen fordert, Märkte durch Bürokratie ersetzt oder Planungsbehörden mit Lenkungsaufgaben betraut, kämpft gegen 250 Jahre ökonomische Erfahrung.

Smith analysierte scharf, wie Herrscher durch Münzverschlechterung ihr Volk enteigneten — durch die schrittweise Reduktion des Edelmetallgehalts der Münzen. „Der Geiz und die Ungerechtigkeit der Fürsten und souveränen Staaten haben nach und nach die reale Metallmenge der Münzen vermindert.” Was die Fürsten des 18. Jahrhunderts mit dem Schmelztiegel taten, erledigen moderne Zentralbanken mit der Notenpresse. Das Instrument hat sich verändert – das Problem ist dasselbe. Smith akzeptierte Papiergeld — aber nur mit klaren Grenzen der Ausgabe. Überemission führt zwingend zur Inflation. Das war 1776 so. Und es ist heute so.

Wohlstand entsteht nicht durch Konsum, sondern durch Sparen und Investieren. Kapital ermöglicht tiefere Arbeitsteilung, bessere Werkzeuge, höhere Produktivität — einen steigenden Lebensstandard für alle. Staatsverschuldung, die Kapital konsumiert, statt es zu investieren, ist für Smith ein Wohlstandsvernichter auf Raten. Deutschland hat 2025 erstmals seit der Pandemie wieder eine Staatsquote von über 50 Prozent erreicht. Jeder zweite Euro, den die Volkswirtschaft erwirtschaftet, fließt durch staatliche Hände. Smith hätte gefragt: Wer zahlt das? Die Antwort lautet wie immer: die nächste Generation, die Generation Debts.

MITSTREITER

Photo: Thalia

Buch-Empfehlung: „Absturz" von Daniel Stelter

2018 veröffentlichte Daniel Stelter sein Buch „Das Märchen vom reichen Land“. Es war ein Weckruf an uns alle, dass Deutschland ökonomisch nicht so weitermachen kann, sondern tiefgreifende Reformen braucht. Jetzt hat Stelter wieder ein Buch vorgelegt, das er „Absturz“ genannt hat. Es ist die vorläufige Bilanz des Niedergangs Deutschlands. Die deutsche Wirtschaft stagniert seit Jahren, Schlüsselindustrien verlieren Wettbewerbsfähigkeit, die Staatsquote überschreitet die 50-Prozent-Marke. Was mir gefällt, ist, dass er nicht in der Analyse stecken bleibt. Sein Sofortprogramm für die ersten 100 Tage: Stopp der Kernkraftwerkabrisse, sofortige Abschaffung der Rente mit 63, Ankündigung einer radikalen Steuerreform nach dem Kirchhof-Modell und ein zweijähriges Gesetzgebungsmoratorium. Sicher eine Leseempfehlung.

Mitstreiter

Photo: Verband Liberaler Akademiker

Arno-Esch-Preis für based.

Am Sonntag wird unseren lieben Freunden vom Podcast based. der Arno-Esch-Preis verliehen. Der Preis wird im Andenken an den von DDR und Sowjetunion verfolgten und ermordeten Studenten Arno Esch (1928-1951) vom Verband Liberaler Akademiker an Studierende und studentische Projekte vergeben. In der Würdigung heißt es:

„Scherp und Steffens geben so in einer Zeit der gegenseitigen Sprachlosigkeit dem Zuhören auch radikalerer Meinungen wieder Raum. Das ist ihr mutiger und unerschrockener Beitrag zum Thema ‚Meinungsfreiheit‘. Mit based. hoben sie den Stellenwert der Meinungsfreiheit in der liberalen Demokratie bereits während ihres Bachelorstudiums heraus. Ihr ‚Journalismus mit Neugier und Respekt‘ hat Erfolg und belegt regelmäßig Top-Plätze in Charts für Politik-Podcasts. Mit der Verleihung des ARNO-ESCH-Preises 2026 würdigt der Verband liberaler Akademiker e.V. den vorbildhaften Einsatz von Benjamin Scherp und Dominik Steffens, der die liberale Demokratie der Bundesrepublik Deutschland bereichert.“